Story hinter der Podcastauswahl
Dieser Podcast kam zu mir über Facebook. Der Algorithmus hat seinen Dienst getan. Er weiß, dass ich mit einigen Pfarrer*innen vernetzt bin. Und so muss auch Patrick Smith, Pfarrer der Lukasgemeinde in Kelkheim bei Frankfurt, auf mich aufmerksam geworden sein. Er schickte mir eine Freundschaftsanfrage. Gut war es!
Reflexion
Diese Predigten rühren an, weil sie eben so schön sind. Wie kann das sein? Gibt es in der Kirche auch Schönes? Ja, man muss sich nur davon finden lassen. „Da könnte ich stundenlang einfach nur zuhören – diese Stimme…“, schwärmte ein befreundeter Pfarrer, als ich ihm den Link zu „Predigtbruch“ schickte. Das meine ich aber gar nicht, auch wenn die Stimme schön ist, weil Smith eben auch, so entnimmt man es der Vita im Netz, Schauspiel und Gesang (Musical) gelernt hat und damit stimmgebildet ist. Doch das ist nur für die Ohren. Fürs Hirn und fürs Herz ist der Inhalt. Und der ist so lebensnah und erfrischend ehrlich, dass sich kaum eine*r mit dem Argument „mit Bibel hab‘ ich nix am Hut“ rausreden kann. Smith schafft es stets, in knapp 10 Min. Predigt, den Bogen zwischen dem Leben heute und den Bibelgeschichten von vor 2000 Jahren zu spannen – und das ohne theologisches Geplänkel und Pseudo-Experten-Pfarrer-Habitus. Da geht es um Depression, Liebe und das Loslassen. Da geht es um Abschiede am Bahngleis und Besuche beim Therapeuten. Es um Joghurtbecher, Schmetterlinge, Sternenstaub und – wie es der Titel auch suggeriert – immer wieder um Brüche. Die ganze Predigt und das Posten der Predigt als Podcast ist ein Bruch theologischer Konventionen, wenn man es mal aus der Perspektive alter weißer Männer im Talar sehen will. Will ich aber nicht. Und die Menschen in der vollen Kirche in Kelkheim offensichtlich auch nicht. An diesem Vormittag des 15. Februar, als ich die Predigt live vor Ort hörte, brachen zumindest bei mir die Dämme. Und das ist schön. Das ist das, was Predigten können, wenn sie wirklich berühren. Wer sich darauf einlassen will, mit den eigenen Stereotypen zu „ich brauch keine Predigt“ zu brechen, der kann hier wirklich jede Woche ganz viel mitnehmen.
Inspiration & Empowerment
Tiefgang (fachlich)
Humor
Sprache und Verständlichkeit
Umfang (Angemessenheit Länge zu Inhalt)
Nachklang
Und weil es so unglaublich ist, muss ich hier auch noch teilen, was passierte, nachdem ich Smith zum ersten Mal live und in Farbe und natürlich im Talar am Sonntag nach Valentinstag 2026 in Kelkheim erlebte. An diesem besagten Nachmittag traf ich mich nämlich mit jemand in einem beliebten Ausflugshafen in Wiesbaden. Es war ein sehr besonderes Treffen, das mir viel bedeutete. Und dann, nachdem wir das Wichtigste besprochen hatten, erzählte ich von meinem vormittäglichen Besuch in Kelkheim bei dem Pfarrer mit dem „Predigtbruch“. Ich zog eine dieser kleinen Werbekärtchen mit dem QR-Code zu Podigee und einem Bild von Smith hervor. Davon hatte ich gleich einige von den Sitzen mitgehen lassen, um sie weiter zu geben. Dafür waren sie ja da. Plötzlich meldete sich eine Stimme vom anderen Ende des langen Tisches, wo eine Familie mit zwei jugendlichen Kindern saß. „T’schuldigung, ich habe gerade gesehen, Sie haben da eine Karte von Pfarrer Smith. Kennen Sie den?“ Ich schaute erstaunt und fasste kurz meine Story vom Vormittag und mein Predigtbruch-Fandom zusammen. „Der ist toll. Wir sind aus Kelkheim. Unsere beiden hier (sie zeigte auf die Teenager) wurden von ihm konfirmiert.“ Aha, so war das also. Wohlgemerkt, Kelkheim ist nicht um die Ecke von Wiesbaden und ich sitze so gut wie nie in einem Café und packe Podcast-Flyer von einem Pfarrer aus. Aber, wo zwei oder drei versammelt sind in seinem Namen, da passieren offensichtlich schier unglaubliche Begegnungen…
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