Predigten – Peter Unsinn

Unsinn, Peter. Predigten. Baptisten Wiesbaden.

Story hinter der Predigtauswahl

„Da gibt es eine Predigt zu Elia von dem einen Pfarrer bei uns, der eigentlich schon im Ruhestand ist. Die solltest Du mal hören. Die passt genau zu unserem Thema gerade. Wird Dir gefallen. Er predigt irgendwie ‚anders‘.“ Als meine Freundin das beim ausgiebigen Waldspaziergang sagte, stellten sich meine Ohren auf, ein bisschen wie man das bei Hunden beobachten kann oder bei Pferden, wenn sie plötzlich ein interessantes Geräusch orten. „Besonders, wie besonders?“ fragte ich. „Na ja, einfach anders. Der ist einfach anders.“ Damit hatte sie mich natürlich komplett am Haken.

Man muss dazu wissen, dass ich mal in dieser Gemeinde der Baptisten in Wiesbaden war. Ich war dort eingetreten kurz nach meiner Taufe. Ich dachte, ich müsste das irgendwie machen, um eine Gemeinde zu haben. Damals dachte und machte ich noch viele Dinge, weil ich dachte, man müsste sie so machen. Auf jeden Fall war ich nach ca. 2 Jahren oder weniger schon nicht mehr dort. Aber das Predigen der Baptisten (nicht nur dort) hat mir immer gefallen. Es war ein wesentlicher Bestandteil meines Glaubensweges. Und noch immer freue ich mich über längere und leidenschaftliche Predigten (wenn ich sage „länger“, meine ich länger als in der durchschnittlichen sonntäglichen Predigt einer protestantischen Landeskirche, wo die Predigt kaum noch 10 Min. dauert aus Angst, dass die Leute sonst einschlafen und ganz wegbleiben würden). Und wenn die Predigt dann auch noch so ganz „anders“ sein würde, dann musste ich sie unbedingt hören. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Reflexion

Ich greife mal exemplarisch diese Predigt zu Elia unter dem Titel „Geh weiter, auch wenn Du müde bist (1. Könige 19)“ heraus. Das ist die, die meine Freundin empfohlen hatte und mich wirklich gepackt hat, obgleich es noch viele weitere auf der Website der Gemeinde zu finden gibt. Und was mich da gepackt hat, ist nicht nur der besondere Vortragsstil, der alles andere als „langweilig“ ist (und ich bin schnell gelangweilt..). Unsinn schafft es sofort, die Zuhörer in die Welt des Propheten mit zu nehmen und ihn in unsere Gegenwart zu holen. Da kommen so Worte wie „Erschöpfung“, „Depression“ und „ich kann nicht mehr“ vor. Da geht es auch um die Kritik an unserer Leistungsgesellschaft, an unseren ständigen Diagnosen über das (Fehl-)Verhalten anderer, um die Obsession mit Lösungsorientierung, wo es gerade einfach nur Ausweg- und Hoffnungslosigkeit gibt. Unsinn beschreibt Elia im Wechsel zwischen Text und gegenwartsnaher Interpretation so bildlich, dass es keine biblische Vorbildung braucht. Jede*r kann sich sofort mit diesem Menschen identifizieren, der einfach nicht mehr weitergehen kann und will. Und ganz nebenbei lernt man dann, wie Gott eingreift, um das zu ändern. Aber er tut dies pragmatisch, nicht mit schlauen Worten oder Tadelungen. Da sind so viele kluge und inspirierende Gedanken dabei, die uns einerseits immer wieder ertappt fühlen lassen. Andererseits machen sie uns Hoffnung, wie es auch und anders gehen kann. Sprich: Das ist Perspektivwechsel par excellence und das ist „Exegese“, wie sie leider viele Theologieprofessor*innen nicht hinbekommen. Es stimmt: Diese und weitere Predigten von Unsinn sind nicht nur „anders“, sie sind einfach richtig gut, auch wenn sie dann mal eben 30 Min. statt 10 dauern. Ich wünschte mir, in anderen Kirchen würde man das auch mal wieder entdecken – diese Kraft des überraschenden Auslegens, das man der Gemeinde im besten Sinne des Wortes „zuMUTEN“ darf. Danke an meine Freundin, die mich auf diese Inspiration gebracht hat.

Blick in den Text

Unsinn

Inspiration & Empowerment 

Tiefgang (fachlich)

Humor

Sprache und Verständlichkeit

Umfang (Angemessenheit Länge zu Inhalt)

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